Vision

Kluges
Material

Das Cochlea-Hörimplantat kann seine Gestalt verändern und
passt sich jedem Ohr genau an. Der 4-D-Druck macht’s möglich.

Illustrationen Lukas Bischoff

 

 

Es wirkt zunächst wie Zauberei: Das Cochlea-Implantat, das schon mehreren Hunderttausend Menschen weltweit wieder zu Gehör verholfen hat, kann sich in seiner Form verändern. Der Clou: 4-D-Druck. Bei dieser Variante kommt im Vergleich zum schon bekannten 3-D-Druck mit dem Faktor Zeit eine vierte Ebene hinzu. Diese Innovation soll helfen, das Tragen von Hörgeräten angenehmer zu machen. Jedes Ohr eines Menschen ist anders, die perfekte Passform der Implantate oft eine unlösbare Herausforderung. Die Lösung: ein individuelles Implantat dank 4-D-Druck. Am Computer wird das Implantat mit den exakten Maßen des Ohrs gespeist und später dreidimensional ausgedruckt. So weit, so bekannt. Beim 4-D-Druck werden allerdings zusätzlich intelligente Memorymetalle eingesetzt. Diese können sich an jene am Computer eingespeiste Daten „erinnern“. Wirkt eine Kraft auf das Implantat, ändert es seine Form und lässt sich problemlos ins Ohr einsetzen. Wird etwa kurzzeitig Wärme zugeführt, „erinnert“ sich das Implantat trotz der Verformung wieder an seine frühere Gestalt, bildet sich zurück und passt sich perfekt an. Ganz ohne Zauberei.