Atlanta

Es werde Licht

LEDs revolutionieren unsere Beleuchtung. Aber halten die Lampen auch, was sie versprechen? Im Lichtlabor in Atlanta sucht TÜV SÜD darauf Antworten. Zu Besuch an einem Ort, an dem das Licht niemals ausgeht.

  

ETAPPE 3  ■  São paulo ➡ atlanta  ■  9.250 Km  ■  ANKUNFT 9.11.2015, 9:00 UHR  ■  REISESTUNDE 48  ■  11°C  ■  GESAMTSTRECKE 27.700 KM

Der Raum ist nachtschwarz, nur in einer Ecke glimmen die Kontrolllampen der Computer. Plötzlich flammt ein Licht auf und ein großer Spiegel beginnt sich um eine Leuchte zu drehen. Er reflektiert das Licht quer durch den Raum zu einem Detektor, der den Lichtstrom misst. „Mit diesem Goniophotometer erfassen wir den Lichtstrom,“ sagt Bryan Cubitt. Er ist Programmmanager im Lighting Lab Atlanta, neben Garching in Deutschland das größte Lichtlabor von TÜV SÜD. Cubitt ist Herr über die unterschiedlichsten Lichtquellen, vor allem LED-Leuchten, aber auch Kfz-Beleuchtung, Straßenlampen sowie Flughafenbefeuerung. Seine Kollegen prüfen die Leuchtmittel auf Helligkeit, Lichtstrom, Lebensdauer, Lichtfarbe und Energieeffizienz. 

 

 

 

Zwischen 6 und 20 Prozent des erzeugten Stroms werden auf der gesamten Welt für Beleuchtungszwecke verbraucht. LED- und Energiesparleuchten benötigen bei gleicher Lichtausbeute bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Leuchtkörper. Das ist ein enormes Sparpotenzial. Aber sind LED-Leuchten wirklich so nachhaltig und langlebig, wie es die Hersteller oftmals versprechen? Exakt das prüfen die Lichtlabore von TÜV SÜD. „Wir geben unseren Kunden alle Informationen, die sie für ein konkurrenzfähiges und nachhaltiges Produkt brauchen“, sagt Cubitt. 

Auf der anderen Seite des Gebäudekomplexes werden Fahrzeugbeleuchtungen geprüft. Auch hier sind Wände, Böden und Decken tiefschwarz. Ein Lkw-Rücklicht ist montiert. 30 Meter entfernt messen Sensoren die Leuchtkraft.

Gleißend hell ist es dagegen in den sogenannten Ulbricht-Kugeln, die innen mit dem reinsten Weiß gestrichen sind, das überhaupt zu haben ist. Es reflektiert 98 bis 100 Prozent des Lichts und sorgt dafür, dass an allen Stellen innerhalb der Kugeln, die bis zu drei Meter Durchmesser haben, die gleiche Leuchtkraft herrscht.

Gegenüber sind die Prüfstände für Energiesparlampen und LED-Leuchten. Bis zu 8.000 Lichtquellen werden hier in Klimakammern regelmäßig ein- und ausgeschaltet. Egal, ob am Tag oder in der Nacht – und wenn der letzte der 20 Mitarbeiter abends das Gebäude verlässt, macht er zwar die Tür zu, aber eines garantiert nicht: das Licht aus.

 

Licht und Schatten

Zu Besuch im Lichtlabor