São Paulo – Interview

Endlich
sicher!

 

Erica, 27, und ihr Ehemann Antonio, 38, sind mit zwei Kindern aus der Favela Pimentas in das Neubaugebiet Guarulhos Z gezogen. Sie wohnen im Apartemento #43 im Bloco B, dritter Stock. Die Wohnung hat vier Zimmer, Bad, Küche und einen Balkon – insgesamt 65 Quadratmeter. Das Haus, in dem sie wohnen, gehört zu einem geschlossenen, umzäunten Wohnkomplex mit fünf identischen Blocks und insgesamt 195 Wohnungen. TÜV SÜD verantwortete die Planungs- und Bauüberwachung der Anlage.

 

Die eigenen vier wände

Die eigenen vier wände

Erica ist glücklich über ihre Wohnung im Neubaugebiet Guarulhos Z. Fernando Patara hat ihren Umzug aus der Favela begleitet.

 

 

Erica, wie haben Sie vorher gewohnt?

Wir hatten eine Hütte mitten in der Favela. Das war wirklich kein guter Ort, um Kinder großzuziehen. Wir waren umgeben von Drogen, Kriminalität und Gewalt. Es gab kein Wasser und keine Kanalisation. Hinter unserer Hütte war ein Bach, aber das Wasser war verschmutzt und giftig. Unsere Kinder wuchsen in einer Umgebung auf, die einfach die nicht die richtige war.

Wie kamen Sie hierher?

Als die Leute von der Stadt und von TÜV SÜD in unsere Favela kamen, sagten sie, dass einige Hütten für Wasserleitungen, Strom, Straßen, Kanalisation und einen Park abgerissen werden müssten. Unsere Hütte war davon betroffen, sie boten uns eine Wohnung hier in Guarulhos Z an. Vor zwei Jahren sind wir umgezogen.

Was hat sich für Sie verändert?

Ha, alles ist anders. Das Haus ist neu, es gibt eine Mauer um das Grundstück und ein Stahltor. Wir sind sicher. Unsere Nachbarn sind nette Menschen, keine Gangster oder Drogensüchtige. Bäckerei, Bushaltestelle und Schule sind um die Ecke. So sollen Kinder aufwachsen! Hier haben sie eine Zukunft. Und wir haben Hoffnung auf ein besseres Leben.

 

Wie hoch sind Ihre Kosten?

Wir zahlen Miete: 177 Real monatlich (umgerechnet etwa 45 Euro), außerdem müssen wir Strom und Wasser bezahlen. Aber auch in der Favela haben wir dem Besitzer der Hütte eine geringe Miete gezahlt, obwohl wir in einer illegalen Siedlung lebten. Jetzt ist es viel besser: Der größte Teil unserer Miete fließt in die Abbezahlung der Wohnung. In 25 Jahren gehört sie uns. Dann geht es uns gut.