Einblick

„Wir schaffen blühende Landschaften“

TÜV SÜD-Ingenieur Jan Sachse über ein besonderes Bewässerungsprojekt in Aserbaidschan.

Fotos Daro Sulakauri

Als Experte für Pipelines prüfe ich normalerweise Öl- und Gasleitungen, vor allem im süddeutschen Raum. Seit zwei Jahren reise ich aber regelmäßig nach Aserbaidschan. Ganz im Westen des Landes, fast 500 Kilometer von der Hauptstadt Baku entfernt, entsteht gerade ein System aus Stauseen, Reservoirs, Pumpstationen und Rohrleitungen zur Bewässerung von 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Auf einem Hochplateau, das bisher nur eine staubige Fläche war, werden schon bald Mais oder Weizen wachsen.

Schon bevor die Arbeiter die rund 30 Kilometer Stahlleitungen und 150 Kilometer Kunststoffrohre verlegten, wurden die Pläne von uns geprüft. Unter anderem kontrollierten wir, ob die Materialstärke und die Bauart für die vorgesehenen Wassermengen geeignet sind. Alle paar Monate bin ich dann mit meinen Kollegen vor Ort: Wir überprüfen, ob alles richtig verlegt und verschweißt wurde, ob die Rohre wirklich dicht sind und ob die Pumpstationen funktionieren. Einige Leitungen sind dabei so groß, dass man aufrecht in ihnen stehen kann.

Auf der Baustelle und im Gespräch mit den einheimischen Arbeitern spürt man, wie stolz sie darauf sind, mit ihrer Tätigkeit die Lebensbedingungen in ihrem Land zu verbessern. Dass ich dazu beitragen kann, macht dieses Projekt auch für mich zu einem ganz besonderen Erlebnis.