Cinemagraph: Armand Dijcks/Ray Collins

Fun Facts

Erstaunliches aus den Tiefen des Ozeans

Was haben 50 Jumbojets mit dem Druck im Ozean zu tun? Wo lebt der Ghost Fish? Und warum holt niemand die 20 Millionen Tonnen Gold aus dem Wasser? Besonderes Wissen für den Tag am Strand.

Text Matea Prgomet

1. Weltweit sind im Meerwasser fast 20 Millionen Tonnen Gold enthalten.

Bevor Sie schon zu Schnorchel und Taucherbrille greifen: Es lohnt sich leider nicht, nach dem wertvollen Material zu Tauchen. Zum einen enthält jeder Liter Meerwasser nur einige Milliardstel des funkelnden Edelmetalls und zum anderen fehlen der Forschung, trotz intensiver Bemühungen, bisher die richtigen Methoden, die geringen Mengen aus dem Wasser zu filtern.


2. 300 Millionen Menschen sind bereits von Meerwasserentsalzungsanlagen abhängig.

Seit vielen Jahren beschäftigen sich Forscher bereits mit der Entsalzung von Meerwasser. Das Potential ist immens, denn die Ozeane stellen circa 97 Prozent des auf der Erde verfügbaren Wasservorrats. Der wissenschaftliche Erfolg ist extrem wichtig: Laut UNO haben etwa eine Milliarde Menschen noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, Tendenz steigend. Die Zukunft des Trinkwassers liegt demnach in modernen Technologien, die schnell, effektiv und günstig das Salz aus dem Wasser herausfiltern.


3. Wenn wir nur 0,1 Prozent der kinetischen Energie der Ozeane, die durch Wellen erzeugt wird, speichern könnten, wären wir in der Lage, fünf Mal den momentanen Energiebedarf der Welt zu decken.

Kinetische Energie ist die Energie, die ein Objekt aufgrund seiner Bewegung enthält. Im Falle des Ozeans ist das also die Energie der Wellenbewegung, die aufgrund von Wind und Wetter auf der Oberfläche des Ozeans ausgelöst wird. Es gibt viele Orte, wo die Winde genug stark sind, um eine konstante Bewegung der Wellen zu schaffen. Dies wiederum bedeutet ein enormes energetisches Potential, das bis heute zum großen Teil noch ungenutzt ist.


4. Die tiefste Lage eines Internetkabels beträgt 8000 Meter, es liegt zwischen Japan und den USA.

Eine Datenautobahn der Superlative: Das tiefste Internetkabel mit dem treffenden Namen "Faster" liefert über 9000 Kilometer hinweg eine Gesamtbandbreite von 60 Terabit pro Sekunde. Es ist damit das bisher leistungsfähigste Kabel seiner Art und reicht vom US-Bundesstaat Oregon bis zu den japanischen Präfekturen Chiba und Mie.


5. 8143 Meter unter Wasser wurde der am tiefsten lebende Fisch gesichtet – sein Spitzname: „Ghost Fish“.

Eine Schönheit ist er nicht gerade, dafür aber umso faszinierender: Der „Ghost Fish“ ist wächsern-durchsichtig und bleich, hat flügelähnliche Flossen und wird circa 15 Zentimeter lang. Das Tier ist von Wissenschaftlern im Mariannengraben im westlichen Pazifik entdeckt worden. Mit speziellen Tiefseegeräten filmten sie den neuen Weltrekordhalter: Bisher lag der Tiefenrekord für Fische bei 7.700 Metern!


6. Am tiefsten Punkt des Ozeans ist der Wasserdruck gleichbedeutend mit 50 Jumbo-Jets, die auf einem übereinander gestapelt sind.

50 aufeinander gestapelte Jumbo-Jets entsprechen einem Wasserdruck von 1070 bar und dieser unglaubliche Druck herrscht natürlich in der Tiefseerinne des Mariannengrabens. 2012 drang übrigens ein weiter Mensch bis fast zum tiefsten Punkt der Erde: Der „Titanic“-Reggisseur James Cameron tauchte auf 10.898 Meter ab und setze sein U-Boot „Deepsea Challenger“ dem besagten Druck von 1070 bar aus.


7. Im Jahr 2050 könnte in den Meeren die Menge an Plastik die Menge der Fische übersteigen.

Traurig aber wahr: Jede Minute gelangt ein Müllwagen voller Plastik in die Ozeane. Und es kommt noch schlimmer. Forscher der Ellen MacArthur Foundation haben ausgerechnet, dass sich die Menge in den kommenden Jahren sogar vervierfachen könnte. Derzeit schwimmen in den Meeren bereits etwa 150 Millionen Tonnen Plastik.


8. Die Offshore-Windparks von Großbritannien, Deutschland und Dänemark waren 2015 so leistungsstark wie acht mittlere Kernkraftwerke.

Aktuell betreibt Großbritannien knapp 1.500 Turbinen, Deutschland folgt mit 800 und Dänemark mit ca. 520. Zusammen haben die Offshore-Windkraftanlagen dieser drei Länder derzeit eine installierte Leistung von knapp 9.600 Megawatt.