Foto: Jun Michael Park

Einblick

„Die Drohne ist mein drittes Auge“

Franz Kindermann über besondere Drohnen-Prüfungen an der Dongjakbrücke in Seoul.

Fotos Jun Michael Park

TÜV SÜD evaluiert momentan weltweit die Einsetzbarkeit von Drohnen als Assistenzsystem bei der Überwachung und Prüfung von Ingenieurbauwerken. Wir in Seoul in Südkorea sind vorn mit dabei und haben bereits ein Pilotprojekt durchgeführt. Das hat bewiesen: Drohnen sind eine bedeutende Unterstützung. Bis zum serienmäßigen Einsatz wird aber noch etwas Entwicklungszeit vergehen.

Wir haben die Drohne bei der Schadens-
analyse der 1.245 Meter langen Dongjakbrücke in Seoul in Südkorea eingesetzt. Diese war vollbefahren – mit sechs Autospuren und einer Metrobahn in der Mitte. Ein Pilot ließ die Drohne bis zu 70 Meter hochsteigen. Sie scannte autonom einmal die gesamte Brücke und danach manuell gesteuert bestimmte Stellen, an die ich als Prüfer nur sehr schwer herankommen würde. Die Drohne ist dabei stets mein drittes Auge – dadurch sehe ich noch besser, ohne umständlich mit Gerüsten und einem erhöhten Risiko an uneinsehbare Stellen heranzukommen.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen: starke Winde etwa oder Signalstörungen. Doch das sind nur Kleinigkeiten im Vergleich zu den Vorteilen. Die Prüfungen laufen schneller und sicherer ab, außerdem liefert die Drohne eine Vielzahl an wichtigen Daten. Ich kann zum Beispiel aus Punktwolken 3-D-Modelle erstellen, mit denen über einen längeren Zeitraum der Zustand von Infrastrukturobjekten nachvollzogen werden kann, etwa in Erdbebenregionen oder nach Hochwasser. Künftig könnten Experten rund um die Welt an den Prüfungen teilhaben, indem sie in Echtzeit die gelieferten Daten analysieren. 

Für mich ist das ein moderner Ansatz, da wir als TÜV SÜD neue Technologien gewinnbringend für unsere Kunden einsetzen.

 

Teamwork in Seoul