Jubiläum

25 Jahre SMS :-)

Vor einem Vierteljahrhundert versendete ein britischer Ingenieur die erste Kurznachricht per Mobiltelefon. Seitdem hat die SMS unser Leben nachhaltig verändert. Zehn Fakten zeigen, wie.

Noch vor wenigen Jahren war die SMS aus dem Alltag der meisten Menschen nicht wegzudenken. Man vereinbarte Termine, hielt auch über weite Entfernungen Kontakt oder verschickte einfach Grüße – möglichst prägnant und nicht zu lang. Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2012 allein in Deutschland rund 60 Milliarden Kurznachrichten verschickt wurden. Seither ist der „Short Message Service“ allerdings auf Talfahrt: Instant Messenger wie WhatsApp haben der SMS längst den Rang abgelaufen.

Trotzdem ist das Jubiläum ein Grund zum Feiern: Immerhin ist die SMS zwar heute kaum mehr als ein Relikt aus den Anfängen der mobilen Telefonie, der Kurznachrichten-Service ebnete aber den Weg für die heutigen Dienste und veränderte das menschliche Kommunikationsverhalten maßgeblich. Zehn Fakten zum Geburtstag:


1. Am 3. Dezember kann gefeiert werden. Denn an diesem Tag vor 25 Jahren verschickte Neil Papworth die erste SMS. Der britische Ingenieur wünschte darin seinen Arbeitskollegen „Merry Christmas“.


2. Die Vorarbeit dazu hatte der finnische Techniker Matti Makkonen geleistet. Er ist auch als Vater der SMS bekannt. Makkonen tüftelte 1984 mit seinen Kollegen bei einem Telefonnetzbetreiber an der Standardisierung des globalen GSM-Funknetzes. Ihre Aufgabe war es, das Mobilfunknetz auszubauen. Makkonen soll dann vorgeschlagen haben, das Verschicken von Textnachrichten nutzbar zu machen. Wie er des Öfteren sagte, kam die Idee bei Pizza und Bier auf. Makkonen und Co. entwickelten die Idee weiter, ließen sie aber nie patentieren. Makkonen starb vor zwei Jahren. Doch sein Erbe blieb und piepst weiter.


3. „Fasse dich kurz“: Der Slogan, der jahrzehntelang an deutschen Telefonzellen hing, gilt auch für die SMS. Rund 160 Zeichen können mit einer Nachricht verschickt werden – ist der Text länger, erfolgt automatisch eine Aufteilung in zwei Nachrichten. Warum das so ist?  Friedhelm Hillebrand, ein Mitarbeiter der Deutschen Bundespost, fand im Jahr 1985 heraus, dass die meisten Fragen und Sätze diese Zeichenzahl nicht überschreiten – und legte die Zahl als Standard fest.


4. Jeder kennt ihn und hat ihn gleich im Ohr: den originalen Nokia-SMS-Ton. Piep-piep-piep – piep-piep – piep-piep-piep. Dieser steht akustisch für eine ganze Epoche an versendeten Textnachrichten – und dessen Vertonung war kein Zufall. Der Ton ist das Morsezeichen für S-M-S.


5.  Manchmal kann eine SMS sogar ein Lebensretter sein: 2008 operierte der britische Chirurg David Nott einen 16-jährigen Jungen in der Republik Kongo – ohne die entsprechende Erfahrung zu haben. Dank SMS-Anweisungen eines Kollegen aus Großbritannien verlief die Armamputation trotzdem erfolgreich. Der Junge erholte sich vollkommen von der Operation.


6. Eine andere Form von Rettung erlebte im Jahr 2001 die Britin Rebecca Fyfe. Sie war auf einer Bootstour in Indonesien, als ihr Schiff, stark beschädigt durch einen Sturm, zu sinken drohte. Weil die Besatzung keinen Kontakt zur Küstenwache aufnehmen konnte, musste Fyfe ihrem Freund, der gerade in einem Pub in England weilte, eine Hilfe-SMS schicken. Dieser informierte daraufhin die australische Küstenwache, die wiederum die indonesischen Kräfte alarmierte. Ein Rettungsboot sammelte schließlich Fyfe und ihre Mitreisenden ein.


7.14.528 – das ist der offizielle Rekord für versendete SMS durch eine einzelne Person in einem Monat. Zieht man acht Stunden Schlaf pro Tag ab, bedeutet dies, dass im Schnitt alle zwei Minuten eine SMS abgeschickt wurde. Der Rekord wurde im Jahr 2008 von einem 13-jährigen Mädchen in den USA aufgestellt. Ihr Vater hatte Glück: Dank einer Flatrate blieben ihm teure Nachzahlungen erspart.


8. 25,94 Sekunden für einen Text voller Fremdwörter: Das schaffte eine Britin im Jahr 2010 und sicherte sich damit den offiziellen Weltrekord für das schnellste Eintippen einer 160 Zeichen langen Nachricht – leserlich und ohne Fehler, versteht sich.


9. Die SMS schaffte es bereits 2011 in das Oxford English Dictionary – das quasi offizielle Wörterbuch der englischen Sprache. Genauer gesagt war es die Kurzformel LOL, für Laughing Out Loud – frei übersetzt schallendes Gelächter. Diese Kurzform war die erste Textsprache, die es in den täglichen Sprachgebrauch geschafft hatte. Das war Grund genug für die Verfasser des Wörterbuchs, den Begriff auch aufzunehmen.


10. Willst du gelesen werden, schreib’ eine SMS: 98 Prozent Leserate weist die Textnachricht laut der US-amerikanischen Cellular Telecommunications and Internet Association (CTIA) nämlich aus. Weiter heißt es, dass innerhalb der ersten 90 Sekunden nach Erhalt einer Textnachricht geantwortet wird. Bei einer E-Mail hingegen seien es 90 Minuten.