EINBLICK

Auge in Auge mit dem Orkan

Yiu Xiong Ng über eine besondere Prüfung im Wasserlabor in Singapur.

Fotos Zakaria Zainal

Viele Menschen kennen dieses Gefühl: Wenn draußen ein heftiger Sturm tobt, der Wind pfeift, und der Regen gegen die Fenster prasselt, fühlt man sich drinnen nicht immer ganz so wohl. Man fürchtet ja doch, dass etwas kaputtgehen könnte. In unserem Testlabor in Singapur sorgen wir dafür, dass die Furcht unbegründet bleibt – selbst Auge in Auge mit einem Orkan.

Bevor Gebäude überhaupt gebaut werden, muss deren Außenfassade, also meist Fenster, auf Unzerstörbarkeit bei extremen Wetterbedingungen geprüft werden. Das geschieht anhand von Performance-Struktur-Tests, bei denen große Drücke ausgeübt werden, ohne, dass die Fenster zerbersten. Um die Undurchlässigkeit bei Starkregen sicherzustellen, werden außerdem Wassertests unter Extrembedingungen durchgeführt.

Wir simulieren dafür in unserem Labor Windgeschwindigkeiten von mehr als 30 Metern pro Sekunde, was einem Orkan entspricht. Gleichzeitig wird Wasser auf die Oberfläche gespritzt, wodurch ein Starkregeneffekt einsetzt. Der Test ist erst dann bestanden, wenn kein Tropfen Wasser das System durchdringt. Zu dritt überwachen wir diesen Prozess. Einer steuert die Anlagen, die anderen suchen nach Mikrorissen in den Fenstern.  

Wir in Südostasien sind extreme Wetter gewohnt. Doch auch in gemäßigten Regionen nehmen Extremwetterlagen mit Starkregen und orkanartigen Winden zu. Für mich ist meine Arbeit daher eine sehr wichtige. Ich habe jeden Tag das gute Gefühl, die Umgebung meiner Mitmenschen ein Stück sicherer zu machen.