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Drohnenführerschein

„Der Drohnen-führerschein ist ein gutes Signal“

TÜV SÜD-Expertin Eva Speer über den neuen Kenntnisnachweis für das Steuern von Drohnen, knifflige Prüfungsfragen und den Autoführerschein als Vorbild.

Frau Speer, Drohnen werden von immer mehr Menschen genutzt, die Popularität steigt stetig. Nimmt durch die Beliebtheit aber auch die Gefahr zu?
Ich würde eher sagen, dass die Technologie immer sicherer wird. Am Anfang war es nur wichtig, dass die Drohne fliegt und die Batterie möglichst lange hält. Das hat sich schon sehr gewandelt, der Sicherheitsaspekt steht immer öfter im Fokus. Was man auch am Drohnenführerschein sieht, den Piloten von Drohnen von über zwei Kilogramm seit Oktober vergangenen Jahres benötigen. Aber auch die Hardware entwickelt sich weiter: Es gibt immer mehr Anbieter, die beispielsweise integrierbare Fallschirme anbieten oder andere technische Lösungen um die Gefährdung von Menschen und Umwelt  durch die unbemannten Fluggeräte (UAVs) zu reduzieren.

 

Worauf begründet sich der Anstieg des Sicherheitsbedürfnisses?
Die Drohne wird immer hochtechnisierter. Der Käufer hat ein berechtigtes Interesse, sein teures Gut zu schützen. Dazu gibt es mittlerweile auch Mission-Control-Systeme, die Zusammenstöße verhindern sollen – ein sehr wichtiges Thema auch für die Flugsicherung: Zum Glück gab es keine schwerwiegenden Zusammenstöße, aber einige Beinaheunfälle. 100 Meter rund um Bundesfernstraßen, -wasserstraßen und das Schienennetz darf keiner mehr eine Drohne ohne Sondergenehmigung aufsteigen lassen.

 

Alles unter Kontrolle

Alles unter Kontrolle

TÜV SÜD-Expertin Eva Speer

Und die Sicherheit hilft dann auch bei der Akzeptanz in der Bevölkerung?

Auf jeden Fall. Auch wenn viele Bürger noch mit Unverständnis, auf die Gesetze, reagieren. Wie ein Fahrradführerschein oder Gehwegführerschein sei das, heißt es da schon mal. Doch Drohnen können in vielen sehr nützlichen und zugleich heiklen Bereichen angewandt werden: Inspektionen, Agrarwirtschaft, Bergwacht, oder in der Ersten Hilfe. Bei solchen Anwendungsgebieten muss man wissen, was man tut und Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt.

 

Was für praktische Erfahrungen haben Sie bisher mit den Prüfungen zum Kenntnisnachweis gesammelt?

Ich finde es ist ein gutes Signal seitens des BMVI, dass die Gefährdung durch Drohnen ernst genommen wird. Doch es gibt natürlich noch Raum für Verbesserungen: So haben wir momentan keinen zentralen Fragenpool, jede akkreditierte Stelle, die die theoretischen Prüfungen abnimmt – wie etwa TÜV SÜD – stimmt ihre Prüfungsfragen direkt mit dem Luftfahrtbundesamt ab. Wie beim Autoführerschein könnte es einen Zusammenschluss der Prüforganisationen geben. Dann hätte man einen gemeinsamen, einheitlichen Fragenpool und könnte auch bei den Weiterentwicklungen der Technologie und der Gesetzgebung synchron reagieren. Hier wird es auf jeden Fall noch Anpassungsbedarf geben sobald seitens der EASA auf europäischer Ebene Gesetze für den Betrieb von UAVs erlassen werden.

 

Was für  technische Entwicklungen zum Beispiel?

Die Fragen werden angepasst, wenn es beispielsweise in der Technik  massive Änderungen gibt, die sich von Protoypen zum Massenmarkt entwickeln. Zum Beispiel werden momentan Kenntnisse zu Lithium-Polymer-Batterien abgefragt, . wenn in einigen Jahren eine andere Technologie verwendet wird müssen wir hier reagieren, das LBA mit einer Anpassung des Prüfungssyllabus und wir Anbieter mit geänderten Prüfungsfragen. Vorbehaltlich der Freigabe durch das LBA. 

 

Was für Wissensbereiche werden abgefragt?

Man sollte fit sein in Luftrecht, die Thematik Meteorologie zudem ist der Bereich Navigation und Flugbetrieb wichtig. TÜV SÜD bietet in Vorbereitung auf die Prüfung ein E-Learning an.

 

Hat man als Laie mithilfe dieses E-Learnings gute Chancen, die Prüfung zu bestehen? Oder braucht es da noch mehr Vorkenntnisse?

Man hat auf jeden Fall gute Chancen zu bestehen, die Anzahl der Kandidaten, die sich damit auf die Prüfung vorbereitet haben und bestanden haben ist sehr hoch. Ohnehin nutzen vor allem Nutzer im gewerblichen Bereich die Prüfung – und diese haben in der Regel schon Vorkenntnisse aus Theorie und Praxis.


Und hat man dann einmal den Führerschein – gibt es dann auch Stichproben der Polizei wie im Straßenverkehr?
Das ist mir so zumindest nicht bekannt. Ich kenne auch keinen Bußgeldkatalog. Doch wir sind wirklich noch ganz am Anfang: Das wird sich noch entwickeln.


anmeldung zur prüfung für den drohnenführerschein

 

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Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz des Luftraums benötigen private und gewerbliche Piloten von Drohnen über zwei Kilogramm (inklusive Zuladung) ab 1. Oktober 2017 einen sogenannten Drohnenführerschein. Dabei handelt es sich um einen Kenntnisnachweis, der es ihnen nach der neuen Rechtsprechung weiterhin erlaubt, eine Drohne zu fliegen.

 

2Der Termin für eine Prüfung kann ganz einfach online unter tuev-sued.de vereinbart werden. Zum Prüftermin benötigt werden: Kopie von Personalausweis oder Reisepass, polizeiliches Führungszeugnis, nur bei Minderjährigen: Formular zur Einverständniserklärung der Eltern und ein Nachweis von Vorkenntnissen, zum Beispiel E-Learning, theoretische oder praktische Schulungen, Trainings und Seminare (falls vorhanden).

 

3In Zusammenarbeit mit Drohnenexperten hat TÜV SÜD ein E-Learning entwickelt, das die Vorbereitung zur Prüfung des Drohnenführerscheins erleichtert. Nutzer erlernen online interaktiv und in ihrem individuellen Lerntempo die technischen und rechtlichen Grundlagen, praktische Drohnenregeln und alles über Flugverbotszonen. Zusätzlich erhält man aktuelle Verfahrensanweisungen aus der Praxis.

 

4Kombi-Vorteil sichern: TÜV SÜD bietet die Prüfung zum Drohnenführerschein deutschlandweit an 14 Standorten zweimal pro Woche für 109 Euro inkl. Mehrwertsteuer an. Bei einer Kombi-Buchung (E-Learning Prüfungsvorbereitung + Prüfung zum Drohnenführerschein) erhalten Sie mit der Bestätigung Ihrer Anmeldung zur Prüfung zum Drohnenführerschein 20% Rabatt auf dieses E-Learning.