VISION

Höher, Schneller, Bequemer

Bei den Sommerspielen 2020 in Tokio könnte das Olympische Feuer erstmals mit der Unterstützung eines fliegenden Autos entzündet werden. Geht es nach den Entwicklern, ist dies nur der Anfang.

Foto: CARTIVATOR

Die technologische Revolution muss warten – zumindest im Sport. Das jedenfalls ließ sich gut bei der Eröffnungszeremonie der jüngsten Olympischen Winterspiele in Pyeonchang beobachten, als die südkoreanische Eiskunstläuferin Kim Yuna das zweiwöchige Sportevent so eröffnete, wie es traditionell seit 92 Jahren bei den meisten Spielen gemacht wird: Sie lief mit einer Fackel in der Hand eine Treppe im Stadion von Seoul hinauf und entzündete unter dem Dach das olympische Feuer. 

In zwei Jahren könnte das Prozedere schon ganz anders aussehen – das ist zumindest die Vision einer Gruppe von Entwicklern des japanischen Autobauers Toyota, die sich für das Projekt Cartivator zusammengeschlossen hat. Ihr Plan: Zu den Sommerspielen 2020 in Tokio soll ein fliegendes Auto den Sportler zur Entzündung der olympischen Flamme fliegen – und danach die Mobilität revolutionieren. 

Bei dem Auto handelt es sich um eine Art Riesendrohne mit knapp drei Metern Länge und großen Propellern an allen vier Ecken. Das Auto soll nach Angaben der Entwickler in zehn Meter Höhe eine Geschwindigkeit von rund 100 Stundenkilometer erreichen. Erste Tests dazu fanden bereits statt, die Umsetzung dürfte äußerst anspruchsvoll werden. Dem Auto sei es gelungen, für einige Sekunden bis auf Augenhöhe aufzusteigen, danach sei es jedoch wieder zu Boden gestürzt, hieß es.

Bis Juli 2020 soll der Cartivator allerdings funktionieren – und damit auch das inoffizielle Wettrennen um das erste fliegende Auto für die japanischen Entwickler entscheiden. Denn mehrere Unternehmen rund um die Welt tüfteln aktuell ebenfalls an alltagstauglichen Drohnenautos – vom US-amerikanischen Startup Kitty Hawk über den Flugzeughersteller Airbus bis zur Taxi-Alternative Uber. 

Die ersten bemannten Cartivator-Testflüge könnten bereits in diesem Jahr stattfinden. Die Vision des Projektteams geht dabei weit über die Olympischen Spiele hinaus: „Bis 2050“, so das Ziel der Initiatoren, „wollen wir dabei helfen, dass jeder Mensch zu jeder Zeit und überall hin fliegen kann“.