EINBLICK

Familien-tauglicher Adrenalinkick

Fotos Dominik Gigler

In einer Sommerrodelbahn einen Berg hinunterzubrausen ist ein toller Spaß für Jung und Alt. In vielen Urlaubsorten in den Alpen und in Mittelgebirgen gibt es mittlerweile solche Anlagen unterschiedlichster Bauart. Mit meinen Prüfungen trage ich dazu bei, dass der familienfreundliche Freizeitspaß auch sicher ist.

Die Rodelbahn in Garmisch-Partenkirchen in unmittelbarer Nähe der berühmten Skischanze hat eine Länge von 850 Metern und eine ungewöhnliche Form: Zunächst fährt man nämlich eine Art Spirale hinunter. Zu Beginn meiner Prüfung gehe ich die Strecke zu Fuß ab und begutachte die Edelstahlwanne, in der die Rodel laufen. Sie darf keine Beschädigungen wie beispielsweise gerissenen Schweißnähte aufweisen. Ebenso genau nehme ich die Streckenbeschilderung sowie das Seil und die Rücklaufsicherung des Bergauf-Transportsystems unter die Lupe. Bei jedem einzelnen Rodel prüfe ich im Anschluss, ob alle beweglichen Teile leichtgängig hin- und her bewegt werden können. Das ist es vor allem wichtig, damit die Bremssysteme – eine manuelle und eine automatische Bremse – ordnungsgemäß funktionieren.

Der für mich schönste Teil jeder Prüfung sind natürlich die Fahrtests. Ich muss nämlich von Berufs wegen die Strecke mehrfach abfahren. Natürlich nicht zum Spaß, sondern, um das Fahrverhalten der Rodel, die maximale Beschleunigung, die Verzögerung, das Bremsverhalten und die Höchstgeschwindigkeit zu messen und beurteilen. Die in dieser Sommerrodelbahn eingebaute Fliehkraftbremse zur automatischen Geschwindigkeitslimitierung muss sicher funktionieren – dies wird während der Fahrversuche überprüft.


Foto: Dominik Gigler

 

Ingo Kapels, 35,
prüft für TÜV SÜD Freizeiteinrichtungen aller Art auf ihre Sicherheit – neben Sommerrodelbahnen unter anderem auch Freizeit- und Wasserparks, Seilbahnen sowie Wasserskianlagen