PRODUKTSICHERHEIT

In Fels und Eis

Keine Expedition ohne sein Equipment: Bergsteiger greifen zu Steigeisen, Karabinern und Eispickeln des Traditionsunternehmens Grivel. Seit 25 Jahren sind die Italiener aus dem Aostatal unser Kunde. Eine Reise in die Geschichte des Alpinismus, am Fuße des Montblanc. 

Text Verena Hoefert Foto Ph Lorenzo Belfrond

Fährt man aus dem Dörfchen Courmayeur in den italienischen Alpen heraus und um die erste Kurve, tut er sich mit einem Schlag auf: der Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Montblanc. Atemberaubend. „Das ist die erste Stelle, an der man ihn sehen kann. Darum wurde das Firmengebäude von Grivel genau hier vor 200 Jahren gebaut“, erzählt Gioachino Gobbi. Er ist der Inhaber des Unternehmens, das für seine Produkte wie Eispickel, Helme, Karabinerhaken, Expeditionsrucksäcke und Steigeisen weltbekannt ist. Die Firmengründer waren Schmiede. Über offenem Feuer schmiedeten sie Hilfsmittel wie Haken aus Eisen, die die ersten Bergsteiger Ende des 19. Jahrhunderts bei ihnen in Auftrag gaben. Denn in diesem beschaulichen kleinen Örtchen hat der Alpintourismus seinen Ursprung. „Hier hat alles angefangen. Und wir waren von Anfang an dabei“, sagt Gobbi in seinem Englisch mit weichem italienischem Akzent. Heute, über zwei Jahrhunderte später, exportiert Grivel 90 Prozent seiner Produkte in über 35 Länder der Erde, sogar in die USA und nach China.

 

 

Den Lebensretter im Gepäck


Ob auf Tour im Hochgebirge oder am Gletscher: „Unsere Produkte haben etwas, was ich logische Intelligenz nenne. Sie haben das minimale Funktionsgewicht. Der Kletterer oder Bergsteiger kann sie intuitiv benutzen, und sie funktionieren immer. Keine Gebrauchsanweisung nötig!“, erklärt Gobbi. Denn wenn in der Felswand der Sturm tobt, müssen sie ihren Dienst tun, komme, was wolle. „Wenn die Dunkelheit hereinbricht, die Kälte oder die Erschöpfung, geht es für die Person im Fels um Leben und Tod. Am Berg ist kein Platz für fehlerhaftes Equipment, und die Sicherheit des Bergsteigers steht für uns über allem“, erklärt er weiter.

Wie konnte Grivel so lange am Markt bestehen? Was das Erfolgsgeheimnis ausmacht, weiß Volker Kron, der die Firma im Aostatal seit 25 Jahren betreut. „Grivel hat mit Erfahrung und neuen Ideen seine Produkte immer wieder an die Weltspitze gebracht. Kaum eine Expedition verzichtet auf ihre Produkte. Qualität und Innovation aus den Bergen für die Berge. Da passen wir als Partner gut dazu“, sagt der Experte von TÜV SÜD Product Service. Im Testlabor in Garching bei München werden Eisschrauben und -pickel sowie Steigeisen auf ihre Belastbarkeit getestet. „Es reicht nicht, Premium-produkte herzustellen. Sie müssen sich von den anderen abheben“, erklärt Gobbi. Darum wandte sich Grivel bereits in den 1990er-Jahren an TÜV SÜD. „Wir sind ein vertrauenswürdiger und seriöser Partner für den Bergsport. Und das wollen wir mit dem GS-Zeichen zeigen“, so Gobbi.