Gesundheit

Revolution ohne Nebenwirkungen

Die Digitalisierung revolutioniert auch die Medizin – und ändert die Art und Weise, wie wir unseren Körper überwachen können. Dabei gilt: Auch im digitalen Heilwesen muss Sicherheit an erster Stelle stehen. 

Text Felix Enzian  Illustration Bratislav Milenkovic

Herzschrittmacher

Ein Monitor überwacht per Funk die Herzfunktion. Die Daten sendet er an eine medizinische Einrichtung. Ärzte greifen bei Unregelmäßigkeiten ein. 

Glukosesensor

Wird in das subkutane Fettgewebe von Diabetespatienten implantiert. Überwacht dort deren Zuckerspiegel. Die Koppelung mit einer Insulinpumpe ist möglich. 

Inhalator

Wird bei der Behandlung von Asthmapatienten eingesetzt. Ein kleiner Sensor überträgt die Daten zur Atemstromstärke und Dosierung des Medikaments per Funk auf das Smartphone des Nutzers. 

 

 


 

Infusionspumpe

Smarte Infusionspumpen lesen Barcodes von Infusionsbeuteln und Gesundheitsdaten vom Armband des Patienten aus. So sind sie in der Lage, exakt die benötigte Menge des Medikaments zu verabreichen. 

Blutdruckarmband

Überwacht rund um die Uhr den Blutdruck des Patienten. Die Daten können an medizinische Betreuer gesendet werden. So sind diese stets über die aktuellen Werte informiert. 

Insulinpumpe

Ist so groß wie eine Zigarettenschachtel. Diabetespatienten tragen sie dauerhaft am Körper und werden rund um die Uhr mit ihrem Präparat versorgt. Die Dosierung kann per Fernsteuerung erfolgen. 

 

 


Digitale Desaster – Mögliche Risiken

Gerätesicherheit Hacker könnten eine Insulinpumpe manipulieren und dem Patienten eine tödliche Dosis verpassen. Kriminelle könnten Patienten mit gehackten Geräten erpressen.

 

Datenschutz Schon heute verursachen Identitätsdiebstähle in den USA milliardenschwere Schäden. Daten aus vernetzten Geräten könnten am Schwarzmarkt gehandelt werden. 

 

Softwarefehler In Panama wurden 28 Patienten durch einen Softwarefehler zu intensiv bestrahlt, fünf starben. Fehler in der Software könnten in vernetzten Geräten schwere Folgen haben. 

 

Kompatibilitätsprobleme Ähnlich wie Smartphones oder Laptops werden auch digitale Medizingeräte ständig weiterentwickelt. Das könnte zu Kompatibilitätsproblemen mit älterer Technologie führen. 

 

Digitale Kontrolle – Sicherheit hat Priorität

Risikomanagement Alle Bedrohungen und Sicherheitslücken vernetzter medizinischer Geräte werden identifiziert – und so schnell wie möglich mit Gegenmaßnahmen beantwortet.

 

Zertifizierung Internationale Normen und Zertifikate setzen hohe Sicherheitsstandards für E-Health-Produkte. So werden Datenschutzlücken minimiert und Softwarefehler verhindert. 

 

Datenverschlüsselung Sensible Daten müssen geschützt sein. Standards und Zertifikate von Prüfern wie TÜV SÜD garantieren, dass die Informationen verschlüsselt und Angriffe abgewehrt werden.

 

Sicherheitstests Hersteller von Medizintechnik unterziehen ihre Produkte rigorosen Tests. Unabhänige Experten wie TÜV SÜD nehmen die Geräte im Hinblick auf Cybersicherheit unter die Lupe.